Ein Welcome Run für Flüchtlinge

Beim Laufen, falls noch genug Puste vorhanden, wird bei uns so Einiges besprochen.
So auch geschehen an einem Dienstag im September. Ich konnte mich noch gut erinnern.
Ich lief mit Tim und wir diskutierten über Flüchtlinge und deren Situation in unserem Land. Uns war beiden bewusst, dass wir etwas Gutes, Integratives tun wollten.
Mein erster Gedanke war, diese in einem Flüchtlingsheim zu besuchen. Natürlich mussten wir dorthin laufen. Das versteht sich von selbst. Doch ging das so ohne Weiteres? Dann wollen wir mit Ihnen eine Runde zusammen laufen. Falls keine Laufschuhe vorhanden, kein Problem. Wir haben ja oftmals mehr als ein Paar. Tim hatte dann die Idee für den richtigen Namen. Wir wollen Sie bei uns willkommen heißen und mit Ihnen zusammen laufen: Die Idee für ein Welcome Run war geboren.
Hanna war auch sofort begeistert. Gemeinsam wollten wir die nächsten Schritte in unserem Lauftreff-Team angehen. Wir trafen uns mehrmals im Bistro Balthazar, um den Ablauf des Welcome Runs zu besprechen. Unsere größte Herausforderung bestand darin, wie und durch wen der Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt werden konnte? Unser Glück war, dass im Patrick-Henry-Village (PHV), dem zentralen Aufnahmelager für Flüchtlinge, parallel auch die Idee für eine Laufgruppe entstand. Dort hatte unter anderem auch die Diakonie ihre Arbeit aufgenommen. Es galt jetzt kurzfristig die Kontaktperson ausfindig zu machen und dieser unsere Idee für ein Welcome-Run zu erklären.

Es gelang. Unsere Kontaktperson bei der Diakonie im PHV fand unsere Idee nach Zögern und weiteren klärenden Gesprächen  gut. Wir wollten 5-10 lauf begeisterte Flüchtlinge im PHV abholen und Sie zu uns in die Bahnstadt zum Laufen, gemeinsamen Austausch mit Getränken und Essen einladen. Daneben sollte es eine Laufbörse geben. Wir sammelten für diesen Zweck gut erhaltene Joggingschuhe und Laufklamotten.
Am 18.10. 2015 um 14:00 Uhr liefen mit unseren Lauftreff vier Flüchtlinge aus Afghanistan und drei Flüchtlinge aus Afrika mit uns. Die Stimmung war einzigartig
und emotional beeindruckend. Nach einem Lauf Richtung Ehrenfriedhof kehrten die Afrikaner als Sieger zum Bahnstadttreff zurück.  Unsere Hauptgruppe war 7-10 Minuten später da. Gemeinsam verbrachten wir danach noch schöne Momente im LA 33  Bahnstadttreff.