Paddy. Ein Lauferlebnis der besonderen Art.

Mein Name ist Paddy. Ich bin ein Rüde und  in Rumänien geboren. Seit August letzten Jahres bin ich auch Bahnstädter. Mein Herrchen hat mich dann zum ersten Mal im Oktober mit zum Lauftreff genommen.

Paddy 2

 

Aufgrund meiner sozialen einfühlsamen Art hatte ich schnell Kontakt mit den übrigen Läuferinnen und Läufer. Manchmal muss ich kurz anhalten, da meine empfindliche Spürnase Grußbotschaften anderer Artgenossen wahrnimmt. Herrchen und Frauchen werden dann ungeduldig und die anderen schauen sich dann interessiert um, statt einfach weiterzulaufen.  Das verstehe ich nicht, denn die wollen doch mindestens eine Stunde durchlaufen! Sagen Sie zumindest vollmundig am Anfang vom Bahnstadttreff LA 33. Sie fragen dann auch, wer diesmal eine neue Strecke kennt. Mich haben Sie noch nie gefragt : -( !  Dabei kenne ich schöne Strecken und vor allem geniale Abkürzungen und auch leckere Erfrischungspfützen. Die liegen meist im Tannenwald.  Auch Frauchen tobt dann manchmal: „Pfui, Aus !“ Wieso? Die Pfütze schmeckt doch gar nicht so schlecht. Und die blöden Fliegen kommen dann nicht mehr zu mir ; mein Fell kratzt dann auch nicht mehr so doll… Als Strafe wird mir dann sofort die Leine angelegt. Das nenne ich dann temporäre Freiheitsberaubung! Kann mich dann gar nicht mehr so gehenlassen, kriege Blähungen. Mache dem Lauftreffinitiator dann Konkurrenz. Der läuft meisten hinten in der Gruppe. Ist schon ein ziemlich alter Sack. Aber noch ganz gut in Schuss 😉  Am letzten Dienstag hat der doch ganz frech eine Frau auf dem Fahrrad angesprochen. Fast vor Ihr Fahrrad gesprungen ist er. Das hat er wohl von mir gelernt? Das mach ich auch sehr gerne, wenn ich mich freue oder  schnell zielgerichteten Kontakt suche.  Dieser „Clooney-Abklatsch“  kennt da nix. Wollte ein Foto in Action von uns haben. Die von der Laufgruppe sahen zwar alle aus wie begossene Pudel, weil sie in den Regen gekommen sind , aber dann kam Gott sei Dank doch noch die Sonne raus.  Und  ihr werdet es nicht glauben wunderschöner…
Seht euch das am Besten selbst mal an:

Warum wir einmalig sind

Bei uns kann jeder mitmachen: Ob groß oder klein, dick oder dünn, ungeübt oder geübt im Laufen. Wir stellen uns auf jeden Mitläufer ein.
Wir sind eine überschaubare Laufgruppe, die Spaß am regelmäßig gemeinsamen Laufen hat und die ihre positive Stimmung gerne an unsere Mitläufer weitergibt. Bei uns wird beim Laufen – falls die Puste noch ausreicht sogar noch so einiges besprochen und Meinungen und Ideen ausgetauscht. Glaubst du nicht? Dann mach Dir doch selbst mal ein Bild von uns und komme dienstags um 18:30 Uhr mal vorbei? Wir würden uns freuen. Je mehr Läufer da sind, desto mehr Spaß haben wir miteinander. Bis dann…

Ein Welcome Run für Flüchtlinge

Beim Laufen, falls noch genug Puste vorhanden, wird bei uns so Einiges besprochen.
So auch geschehen an einem Dienstag im September. Ich konnte mich noch gut erinnern.
Ich lief mit Tim und wir diskutierten über Flüchtlinge und deren Situation in unserem Land. Uns war beiden bewusst, dass wir etwas Gutes, Integratives tun wollten.
Mein erster Gedanke war, diese in einem Flüchtlingsheim zu besuchen. Natürlich mussten wir dorthin laufen. Das versteht sich von selbst. Doch ging das so ohne Weiteres? Dann wollen wir mit Ihnen eine Runde zusammen laufen. Falls keine Laufschuhe vorhanden, kein Problem. Wir haben ja oftmals mehr als ein Paar. Tim hatte dann die Idee für den richtigen Namen. Wir wollen Sie bei uns willkommen heißen und mit Ihnen zusammen laufen: Die Idee für ein Welcome Run war geboren.
Hanna war auch sofort begeistert. Gemeinsam wollten wir die nächsten Schritte in unserem Lauftreff-Team angehen. Wir trafen uns mehrmals im Bistro Balthazar, um den Ablauf des Welcome Runs zu besprechen. Unsere größte Herausforderung bestand darin, wie und durch wen der Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt werden konnte? Unser Glück war, dass im Patrick-Henry-Village (PHV), dem zentralen Aufnahmelager für Flüchtlinge, parallel auch die Idee für eine Laufgruppe entstand. Dort hatte unter anderem auch die Diakonie ihre Arbeit aufgenommen. Es galt jetzt kurzfristig die Kontaktperson ausfindig zu machen und dieser unsere Idee für ein Welcome-Run zu erklären.

Es gelang. Unsere Kontaktperson bei der Diakonie im PHV fand unsere Idee nach Zögern und weiteren klärenden Gesprächen  gut. Wir wollten 5-10 lauf begeisterte Flüchtlinge im PHV abholen und Sie zu uns in die Bahnstadt zum Laufen, gemeinsamen Austausch mit Getränken und Essen einladen. Daneben sollte es eine Laufbörse geben. Wir sammelten für diesen Zweck gut erhaltene Joggingschuhe und Laufklamotten.
Am 18.10. 2015 um 14:00 Uhr liefen mit unseren Lauftreff vier Flüchtlinge aus Afghanistan und drei Flüchtlinge aus Afrika mit uns. Die Stimmung war einzigartig
und emotional beeindruckend. Nach einem Lauf Richtung Ehrenfriedhof kehrten die Afrikaner als Sieger zum Bahnstadttreff zurück.  Unsere Hauptgruppe war 7-10 Minuten später da. Gemeinsam verbrachten wir danach noch schöne Momente im LA 33  Bahnstadttreff.